100 JAHRE erfüllt LEBEN – Bewegung

In Loma Linda, einer der Stationen meiner Weltreise zu den ältesten Menschen der Welt, gehen die Menschen gerne in die Natur, um zu wandern. Oder sie treiben aktiv Sport, selten allerdings exzessiv. Auf Okinawa gibt es in den Städten zwar Fitnessstudios, in Ōgimi, dem Eldorado der Langlebigkeit, sind solche Einrichtungen aber ebenso unbekannt wie in den ländlichen Gegenden der Mittelmeerinseln Ikaria und Sardinien. Hier wie da ist «Sport» ein weitgehend exotisches Phänomen. Harte Arbeit und ein karges Leben dagegen nicht, und so kommen die Menschen dort im Alltag und bei der Arbeit auf ihr tägliches  Bewegungspensum. Giorgios, der Imker, den ich auf Ikaria kennengelernt habe, wandert jeden Tag viele Kilometer, um zu seinen Bienen und wieder zurück zu kommen. Wir modernen Stadtmenschen bringen es dagegen auf knapp zehn Gehminuten täglich. Unser Körper ist jedoch auf ein bewegtes Leben ausgelegt.

Tägliche Bewegung erhöht die Lebenserwartung dramatisch

Fehlt es uns daran, verkümmert unser Bewegungsapparat, der Stoffwechsel kommt nicht in die Gänge, Herz und Kreislauf machen schneller schlapp. Laut der Adventist Health Studies von Gary Fraser und Co. erhöht regelmäßige Bewegung die Lebenserwartung um 2,73 Jahre – kaum ein anderer Faktor hat statistisch gesehen so großen Einfluss. Früher fand alle oder fast alle Bewegung während der Arbeit und im Alltag statt. Als im 19. Jahrhundert Tätigkeiten und Berufe aufkamen, bei denen man sich kaum oder gar nicht bewegen musste, wurde Sport immer wichtiger. Die Turn-, Sport- und Fußballvereine haben ihre Wurzeln  in dieser Zeit. Heute  ernähren «sitzende Tätigkeiten» in Großraumbüros und anderswo erhebliche Teile der Bevölkerung. Menschen, die sonst kaum oder gar nicht mehr die eigenen Gliedmaßen benutzen,  bringen sich durch das Training an Geräten im Studio auf Trab. Und das ist auch gut so. Denn das tägliche viele Sitzen ist zu einem hohen gesundheitlichen Risikofaktor geworden.

Mein “Einfach ausprobieren”-Tipp: Raus in die Natur – egal bei welchem Wetter – und bewegen. Moderates Joggen, Walken oder Spazierengehen – Hauptsache der Bewegungsapparat hat etwas sinnvolles zu tun. Die Treppen nehmen, anstatt den Fahrstuhl und auf dem Supermarktparkplatz nicht direkt vor der Eingangstür parken, sondern so weit davon entfernt wie es geht. – jeder Schritt zählt…