„Blue Zones“ oder Langlebigkeitszonen

Der Stern hat vor wenigen Tagen einen Artikel veröffentlicht, in dem es um die „Blue Zone“-Ernährung geht. Als „Blue Zones“ werden die Regionen auf der Welt bezeichnet, in denen die Menschen am ältesten werden. Dan Buettner aus den USA hat diesen Begriff ins Leben gerufen und dazu Ende 2005 das erste Mal einen viel beachteten Artikel im National Geographic veröffentlicht.

Die Langlebigkeitszonen

Inspiriert von diesem Artikel bin ich 2010 zu meiner ersten Reise aufgebrochen, um dem Phänomen selbst auf den Grund zu gehen. Als Dozent der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement wollte ich mein erworbenes Wissen über Langlebigkeit vertiefen und unmittelbar am Ort des Geschehens forschen: bei den Hundertjährigen. Ich bin somit der Pionier im deutschsprachigen Raum auf diesem Gebiet. Ich war zwischen 2010 und 2012 in Loma Linda (Kalifornien), auf Okinawa (Japan), auf Ikaria (Griechenland) und in den Bergdörfern auf Sardinien (Italien). Das sind die Regionen, in denen die Menschen nachweislich (!) am ältesten werden. Ich nenne diese Regionen Langlebigkeitszonen.

Ja, es gibt die Langlebigkeits-Ernährung. Die wohl wichtigste Erkenntnis zum Thema Ernährung während meiner Reisen war bzw. ist: Traditionelle Lebensmittel in traditionellen Mengen. Auf Okinawa wird das zum Beispiel durch den Begriff „hara hachi bu“ deutlich. Dort essen die alten Menschen nicht, bis sie satt sind, sondern bis ihr Magen ca. zu 80% gefüllt ist (hara hachi bu wörtlich übersetzt heißt “acht Teile von zehn voll”). Und sie essen traditionelle Kost, wie Reis und Gemüse. Und auch sehr gerne Schweinefleisch! Aber: in kleinen, traditionellen Mengen. Traditionelle Lebensmittel sind Regionen-spezifisch. Es sind auf keinen Fall solche, die man in einer Tüte, deren Inhalt aus Triple XXL Meat-Burger, großer Portion Pommes mit Ketchup und Majo und 1,5 Liter Cola besteht, über eine Ausgabestation ins Auto gereicht bekommt…

Der persönliche Lebensstil macht krank oder gesund

Seit vielen Jahrzehnten haben die Fastfoodketten auf Okinawa Einzug gehalten – auf der japanischen Insel ist ein großer US-Luftwaffenstützpunkt. Die heutigen Kinder und Jugendlichen Okinawas gehören zu den dicksten in Japan und haben offensichtlich in puncto Ernährung nichts von ihren Großeltern bzw. Ur-Großeltern gelernt. Die nachfolgenden Generationen der alten Okinawaner erkranken an Krankheiten, die ihre Ur-/Großeltern nicht hatten – und auch gar nicht kannten – und sie sterben viel früher, als ihre Ur-/Großeltern. Es ist somit leider keine Ausnahme auf Okinawa, dass die über 100-Jährigen zur Beerdigung ihrer Kinder oder sogar Enkel gehen…

Wer mit Genuss essen und gesund alt werden möchte, dem empfehle ich dazu meine Bücher:
100 JAHERE erfüllt LEBEN
Steinalt & Kerngesund
Das Steinalt & Kerngesund-Kochbuch
100 Jahre gesund mit dem Thermomix (Kochbuch)

Und noch ein Tipp: Ein gesunder Lebensstil besteht nicht nur aus gesunder und maßvoller Ernährung… Hier gibt es dazu mehr zu lesen: Die vier Bausteine der Gesundheit.

Vitale Grüße sendet Ihnen
Ihr Marcus Lauk