Essen Sie regelmäßig Nüsse!

Wer regelmäßig mindestens fünf Mal pro Woche eine Handvoll Nüsse isst, senkt sein Risiko für Herz-Kreislauf- Erkrankungen wie Herzinfarkt deutlich. Zu diesem Ergebnis kommen Dr. Fraser und seine Kollegen von der Universität Loma Linda mit ihrer Adventist Health Study. Mehr als zehn Jahre lang wurden Testpersonen zu ihren Lebensgewohnheiten befragt und medizinischen Untersuchungen unterzogen. Nun wissen wir: Ein paar Nüsse jeden Tag halten den Doktor fern. Aber was heißt hier eigentlich «Nüsse»? Nur Haselnuss, Walnuss, Edelkastanie und Macadamia sind botanisch gesehen echte Nüsse. Die Erdnuss ist halb Nuss, halb Hülsenfrucht, biologisch also ein Zwitter. Mandel, Pistazie, Pekan- und Kokosnuss sind Steinfrüchte, die Paranuss ist eine Kapselfrucht und die Cashewnuss der Kern des Kaschuapfels.

Wie dem auch sei, echte und unechte Nussfrüchte weisen viele Gemeinsamkeiten auf: Neben erheblichen Mengen Eiweiß bestehen sie größtenteils aus Fett. Damit sind Nüsse nicht gerade kalorienarm, aber man verzehrt sie ja auch nicht in riesigen Mengen. Der Körper sagt ziemlich bald: «Danke, genug, ich kann nicht mehr!». Nüsse sind also nicht nur hochkalorisch, sondern auch hochsättigend. 100 Gramm haben knapp 600 Kalorien. Allerdings werden circa 17 Prozent des Bruttofettanteils bei der Verdauung nicht aufgeschlüsselt und gehen somit netto nicht auf das Kalorienkonto. Eine gute Laune der Natur, die nur bei ganzen, nicht verarbeiteten Nüssen zum Tragen kommt. Andere fettreiche Lebensmittel gehen dagegen annähernd zu 100 Prozent in den realen Umsatz ein. Das Gleiche gilt für Öle: Sie werden vom Körper komplett verwertet.

Regelmäßiger Nusskonsum senkt das Risiko diverser Erkrankungen

Zwei weitere Aspekte sprechen für die kalorienreiche Nuss. Erstens enthalten Nüsse ungefähr 5 Prozent Ballaststoffe, die ebenfalls sättigen, aber nicht aufgeschlossen werden. Und zweitens schrauben sie die Wärmeproduktion des Körpers hoch, so dass Energie verbrannt und nicht als Fett eingelagert wird. Der Körper gibt also den einen oder anderen Scheit in den Ofen und verbraucht überschüssige Energien sofort, anstatt sie wie bei süßen Zuckerbomben zu speichern. Die meisten Fette, die in Nüssen stecken, sind einfach oder mehrfach ungesättigt und lassen sowohl das gefährliche LDL-Cholesterin (das «böse» Cholesterin, auch «Lass das lieber!» genannt) als auch das Gesamtcholesterin schrumpfen. Und sie steigern den Anteil des HDL-Cholesterins (das «gute» Cholesterin, auch «Hab dich lieb!» genannt). Außerdem enthalten Nüsse hohe Dosen Vitamin E, das für die Zellerneuerung essentiell ist, entzündliche Prozesse hemmt und freie Radikale fängt. Sie senken den Blutdruck und die Konzentration von Homocystein, einer Aminosäure, die Gefäße schädigen kann und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schlaganfälle begünstigt. Und zu guter Letzt vermindern Nüsse das Risiko für Parkinson und Diabetes. Trotz all dieser Segnungen der Schalenfrüchte sind die Deutschen, anders als die Kalifornier, bislang eher Nussmuffel. Statt der empfohlenen Handvoll täglich (40 Gramm) bringen wir es im Schnitt auf drei bis vier Gramm Nüsse pro Tag …

In diesem Sinne: Lassen Sie sich die Nüsse schmecken! Es lohnt sich!

Das wünscht Ihnen Ihr Marcus Lauk